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NELKE
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Herkunft:Nelken waren ursprünglich auf den Molukken beheimatet, wachsen jetzt fast überall in den Tropen.Aussehen:Der immergrüne Nelkenbaum besitzt eine pyramidenförmige Baumkrone und wird ca. 12 m hoch. Er hat schmale, bis zu 12 cm lange Blätter und Blütenrispen aus rot-weiß gefärbten kleinen Blüten.Zum Würzen verwendete Teile:die getrockneten Blütenknospen. Im Handel erhältlich: die getrockneten Blütenknospen, ganz oder gemahlen.Gesundheitlicher Wert:sehr magenfreundlich. Das aus den Nelken gewonnene Nelkenöl wird vor allem in der Zahnmedizin als Antiseptikum verwendet.Geschmack:brennendwürzig, weihnachtlich, mit intensivem Duft.Mit Nelken würzt man:Klassisch ist die Kombination Zwiebel und Lorbeerblatt, durch eine Nelke zusammengesteckt für
Für süße Speisen gibt man Nelken an Punsch, Glögg, Feuerzangenbowle, Weihnachsgebäck und Gewürzplätzchen (siehe dazu auch "Muskat") eine Nelke würzt verschiedene Kompotte, z.B. Birnenkompott (mit Zucker, Zimtstange in Weißwein gegart). Würzkombinationen mit Nelken:Für Süßes und Süß-Saures vor allem passen sie zu Zimt, Kardamom, Zitronenschale. Für salzige Gerichte vertragen sie sich am besten mit Pfeffer, Lorbeer und Zwiebel. Außerdem sind sie Bestandteil vieler Currysorten. Mit frischen, intensiv duftenden Kräutern vertragen sie sich dagegen nicht besonders gut.Die höchst unerfreuliche Geschichte der Nelken:Sie haben zwar nichts mit den Blumen gleichen Namens zu tun, Blumen sind unsere Gewürznelken aber auch: genauer gesagt die Blütenknospen des Nelkenbaums, die kurz vor dem Erblühen gepflückt und getrocknet werden. Ihre Urheimat sind die Molukken, ähnlich wie die des Muskat, mit dem sie auch sonst eine Menge gemeinsam haben: Beide haben die Geschichte des Handels und der Entdeckungen in Europa wesentlich beeinflußt. Nelken sind ein uraltes Gewürz, das zumindest in Ostasien schon sehr lange geschätzt wurde. Im alten China durfte sich ein Höfling dem Kaiser nur mit einer Nelke im Mund nähern. Denn Nelken machen einen guten Atem (eine Erkenntnis, die man heute noch in vielen knoblauchfreundlichen Ländern zu schätzen weiß). In Europa lernte man die Nelken verhältnismäßig spät kennen, erst ungefähr 300 Jahre nach Christi Geburt. Woher sie genau kommen und wie sie wachsen, das wußte man im 13. Jahrhundert aber immer noch nicht. In Kräuterbüchern und Reiseberichten sind die merkwürdigsten Dinge zu lesen, etwa, daß Nelken und Muskat an einem einzigen Baum wüchsen oder daß unter einem Nelkenbaum nie Grünes wächst, weil er den Boden zu hitzig mache. Der Beliebtheit der Nelken im würzfreudigenMittelalter,das immerhin lOOmal soviel Gewürze brauchte wie wir heute, taten diese Schauermärchen keinen Abbruch. Man würzte so gut wie alles mit Nelken vom Branntwein und Bier bis zum Lebkuchen, mit dem man seine Saucen dickte. Und die Ärzte verschrieben Nelkenpulver gegen Magenschmerzen und gegen kalte Füße (Nelkenpulver, auf den Kopf gestreut, half ihrer Meinung nach besser gegen kalte Füße als warme Socken). Kein Wunder, daß die Gewürzhändler, die Pfeffersäcke, wie man sie nannte (und die man ebensogut Nelkensäcke hätte heißen können), steinreich wurden. So steht z.B. in Famagusta auf Zypern eine gotische Kirche, die ein Kaufmann mit dem Erlös aus einer einzigen Schiffsladung Nelken erbaut hat. Und natürlich rissen sich die Nationen um das Nelkenmonopol. Die Portugiesen machten wahrhaftig einen guten Griff, als sie zu Beginn des 16. Jahrhunderts nach der Entdeckung des Seeweges nach Indien sich die Molukken aneigneten: Sie eroberten nicht nur das Muskat-, sondern auch das Nelkenmonopol. Allerdings, 100 Jahre später wurden sie von den Niederländern vertrieben, die von nun an das Nelkenmonopol ebenso rabiat verteidigten wie das Muskatmonopol: Nur auf der Inselgruppe von Ambon durften Nelkenplantagen stehen, alle anderen Nelkenbäume wurden systematisch ausgerottet. Dazu starteten sie jedes Jahr Zerstörungsexpeditionen, die sog. Honygtygt (was soviel heißt wie Honigzug), bei denen nicht nur Bäume vernichtet wurden: Auch jeder Eingeborene, in dessen Garten man einen Baum fand oder den man beim Nelkenschmuggel ertappte, wurde getötet. Auf die Dauer waren alle diese Terrormaßnahmen aber doch wirkungslos. Denn die Abnehmerländer, allen voran die Franzosen, empört über die hohen Preise, versuchten mit allen Mitteln, das Monopol zu brechen: indem sie auf heimlichen Expeditionen Nelkenbäumchen von den Molukken stahlen und in ähnlichem Klima anpflanzten. 99 Prozent der empfindlichen Bäumchen gingen zwar ein; aber immerhin, im Jahr 1775 konnte man dem französischen König die ersten Nelken präsentieren, die in französischen Kolonien geerntet wurden. Das war der Anfang vom Ende des niederländischen Nelkenmonopols. Heute werden Nelken in fast allen Tropengebieten kultiviert. Die besten stammen noch immer von den Molukken (sie sehen hell aus). Die meisten Nelken, die bei uns angeboten werden, stammen heute aber von den ostafrikanischen Inseln Sansibar und Pemba (sie sind dunkler und haben ein helles Köpfchen). Vom Umgang mit NelkenObwohl Nelken wie der Muskat heutevergleichsweisepreiswert sind: Ihre Beliebtheit ist kaum gesunken. Jeder Deutsche braucht z. B. jährlich mehr als 100 Nelken. Nelken werden dabei nicht nur in der Küche verwendet, sondern auch in der Parfümerie und Likörherstellung, und außerdem ist das ätherische Nelkenöl ein in der Zahnmedizin häufig verwendetes Antiseptikum (darum riecht es beim Zahnarzt auch so oft nach Weihnachten). Und so kann man in der Weihnachtszeit seine Wohnung mit weihnachtlichem Nelkenduft füllen: Man spickt eine Orange über und über mit Nelken und hängt sie an einer Kordel auf: je mehr die Orange eintrocknet, desto weihnachtlicher riecht es dann im Raum. Nelken mit ihrem intensiven Geruch halten sich bis zu zwei Jahren, wenn man sie gut verschlossen aufbewahrt. Nelkenpulver, das man übrigens auch nur für Gebäck verwenden sollte, dagegen immer möglichst rasch aufbrauchen. Alter und Qualität der Nelken lassen sich an ihrem Äußeren erkennen: Sehen sie runzlig und sehr staubig aus, dann sollte man den Bestand auf den Grund, dann enthalten sie viel ätherisches Öl, minderwertige Ware dagegen schwimmt waagerecht direkt an der Wasseroberfläche. Die meiste Würzkraft halten die kleinen Köpfe, die auch herber schmecken. Darum empfehlen einige Köche, die Köpfe herauszulösen, wenn die Nelke in Sud oder Sauce mitkochen soll, damit ihr Geschmack nicht hinterher vorschmeckt. Sparsame Dosierung, das ist das A und 0 beim Umgang mit Nelken: In der Regel genügt eine einzige Nelke, um Gerichten wie Pot au Feu oder Rotkohl die richtige Würze zu geben, zwei oder drei zuviel könnten schon aufdringlich schmecken. Aber wenn sie im Hintergrund bleibt, rundet sie den Geschmack vieler Speisen angenehm ab. Rezept(e)
========== *REZKONV* (iau) v0.9c Rezept ==========
Titel: WÜRZAPRIKOSEN
Kategorien: Beilage, Aprikose, Nelke
Menge: 1 Rezept
250 Gramm Kuraprikosen
8 Mandeln
1/2 Knolle eingelegter Ingwer
2 Nelken
1 Stück Zimtstange
Arrak zum Übergießen
===========ERFASST *RK* AM 10.05.00 VON===========
-- Ilka Spiess
Aprikosen halb einschneiden und je mit einer Mandel füllen. Mit den
Gewürzen in ein Glas schichten, mit Arrak übergießen, daß die
Früchte gut bedeckt sind. 14 Tage ziehen lassen.
Zu Wild und feinem Fleisch servieren.
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========== *REZKONV* (iau) v0.9c Rezept ==========
Titel: GLÖGG - ROTWEINPUNSCH SKANDINAVISCH
Kategorien: Getränke, Warm, Alkohol, Rotwein, Nelke
Menge: 2 Flaschen
125 ml Wasser
125 ml Wermut
125 ml Portwein
75 Gramm Rosinen
40 Gramm Mandelkrokant
1 Stange Zimt
1 Prise(n)/Msp. Ingwer; frisch gerieben
4 Nelken
Zucker nach Geschmack
===========ERFASST *RK* AM 10.05.00 VON===========
-- Ilka Spiess
Rotwein, Wasser und den restliehen Alkohol langsam erhitzen,
restliche Zutaten zugeben, abschmecken und nachzuckern. Heiß
servieren.
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